Digitalisierung
Telekom testet unterbrechungsfreie Netzversorgung aus der Luft
Zusammenfassung
Die Deutsche Telekom hat einen weiteren Praxistest für fliegende Mobilfunkantennen erfolgreich abgeschlossen. Tags: #Mobilfunk | #Telekom
Im Detail
Die Deutsche Telekom hat einen weiteren Praxistest für fliegende Mobilfunkantennen erfolgreich abgeschlossen.
Erstmals wurde dabei der nahtlose Wechsel zwischen zwei Fluggeräten demonstriert, sodass die Mobilfunkversorgung ohne Unterbrechung aufrechterhalten werden konnte. Die Technologie soll künftig vor allem bei Katastropheneinsätzen, Großveranstaltungen und in Regionen ohne ausreichende Netzinfrastruktur zum Einsatz kommen.
Gemeinsam mit T-Mobile Tschechien und dem Drohnenhersteller Primoco UAV testete die Telekom das System unter realen Einsatzbedingungen bei einer Sportveranstaltung in Tschechien.
Zwei Fluggeräte sorgen für lückenlose Versorgung
Kern des Feldversuchs war der Wechselbetrieb zweier fliegender Mobilfunkantennen. Während ein Flugzeug zur Betankung oder Wartung am Boden war, übernahm das zweite automatisch die Netzversorgung. Smartphones wechselten selbstständig zwischen den Mobilfunkzellen, ohne dass Telefonate oder Datenverbindungen unterbrochen wurden.
Dieses Konzept ermöglicht nach Angaben der Telekom erstmals eine durchgehende Mobilfunkversorgung aus der Luft und erhöht die Ausfallsicherheit des Systems erheblich.
Zusätzlich waren die Flugzeuge mit einer Satellitenverbindung ausgestattet. Dadurch konnten die fliegenden Mobilfunkstationen direkt mit dem Mobilfunkkernnetz kommunizieren, ohne dass eine separate Bodenstation erforderlich war.
Diese Architektur erweitert die Einsatzmöglichkeiten deutlich, da sich mobile Funknetze auch in Gebieten aufbauen lassen, in denen keine funktionierende Infrastruktur vorhanden ist.
Einsatz bei Krisen und Großveranstaltungen
Die Telekom sieht für die Technologie zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Fliegende Mobilfunkantennen könnten künftig dort eingesetzt werden, wo bestehende Netze ausfallen oder kurzfristig zusätzliche Kapazitäten benötigt werden.
Dazu zählen unter anderem Naturkatastrophen wie Waldbrände oder Überschwemmungen, aber auch Großveranstaltungen in abgelegenen Regionen oder Einsätze des Bevölkerungsschutzes und anderer Behörden.
Praxistest bei Laufveranstaltung
Erprobt wurde das System beim Trailrunning-Event „Běhej lesy“ im tschechischen Landschaftsschutzgebiet Brdy. Aufgrund der begrenzten Mobilfunkversorgung bot das Gelände ideale Voraussetzungen für den Test.
Ein mobiler Funkmast versorgte den Start- und Zielbereich, während die beiden Flugzeuge entlang der Strecke die Netzabdeckung sicherstellten. Rund 1.900 Teilnehmer konnten während der gesamten Veranstaltung auf eine stabile LTE- und 5G-Verbindung zugreifen.
Während des Tests flogen die Flugzeuge in einer Höhe von zwei bis drei Kilometern und versorgten ein Gebiet von bis zu 20 Quadratkilometern mit Mobilfunk. Dabei kamen dieselben Frequenzen wie im terrestrischen Netz zum Einsatz. Über einen 10-MHz-Kanal wurden Datenraten von bis zu 100 Mbit/s erreicht.
Zudem lässt sich die verfügbare Netzkapazität gezielt priorisieren, sodass beispielsweise Einsatzkräfte im Ernstfall bevorzugt versorgt werden können.
Technologie für widerstandsfähigere Mobilfunknetze
Mit dem erfolgreichen Feldversuch treibt die Deutsche Telekom gemeinsam mit ihren Partnern die Entwicklung einer resilienten Mobilfunkversorgung weiter voran. Die Tests zeigen, dass fliegende Mobilfunkantennen künftig eine sinnvolle Ergänzung bestehender Netze sein könnten – insbesondere dann, wenn herkömmliche Infrastruktur ausfällt oder kurzfristig nicht verfügbar ist.
Damit eröffnet die Technologie neue Möglichkeiten für den Katastrophenschutz, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Veranstalter, die auch unter schwierigen Bedingungen auf eine zuverlässige mobile Kommunikation angewiesen sind.
(red/Telekom)
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