THE MEDICAL IT POST

News aus IT & Gesundheitswesen – täglich kompakt und relevant

IT-Sicherheit

Cyberkriminelle setzen zunehmend auf Insider

6. August 2026Quelle: it-daily.net

Zusammenfassung

Cyberkriminelle greifen Unternehmen zunehmend nicht mehr nur von außen an, sondern versuchen gezielt, Mitarbeitende als Insider zu gewinnen. Tags: #Hacker | #Insider

Im Detail

Cyberkriminelle greifen Unternehmen zunehmend nicht mehr nur von außen an, sondern versuchen gezielt, Mitarbeitende als Insider zu gewinnen.

Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Report „The Market for Trust“ von TrendAI, der auf einer zweijährigen Analyse von Untergrundforen und Telegram-Kanälen basiert. Die Untersuchung zeigt, dass sich der Handel mit Insider-Zugängen zu einem professionell organisierten Geschäftsmodell entwickelt hat.

Statt einzelner Bestechungsversuche existieren inzwischen regelrechte Marktplätze mit Vermittlern, festen Preisen und langfristigen Geschäftsbeziehungen.

Vertrauen wird zur Ware

Laut TrendAI suchen Angreifer gezielt Beschäftigte, die aufgrund ihrer Position auf sensible Systeme oder geschäftskritische Prozesse zugreifen können. Im Fokus stehen dabei nicht unbedingt Administratoren mit den meisten Berechtigungen, sondern Mitarbeitende, die Entscheidungen treffen oder Sicherheitsmechanismen umgehen können.

Dazu zählen beispielsweise Angestellte, die Zahlungen freigeben, Kundenkonten entsperren oder Betrugsprüfungen beeinflussen. Solche Zugriffe lassen sich von externen Angreifern oft nur schwer nachahmen, weshalb Insider für Cyberkriminelle besonders wertvoll sind.

Professionelle Strukturen im Cyber-Untergrund

Die Analyse beschreibt eine zunehmende Professionalisierung der Szene. In einschlägigen Foren übernehmen Broker die Vermittlung zwischen Auftraggebern und potenziellen Insidern. Treuhanddienste sorgen für die Abwicklung der Zahlungen, während Vermittler Provisionen oder Beteiligungen an erfolgreichen Angriffen erhalten.

Darüber hinaus existieren feste Preislisten für verschiedene Dienstleistungen – von der Reaktivierung gesperrter Benutzerkonten bis hin zur Manipulation interner Prozesse. Teilweise werden sogar Wiederverkäuferprogramme angeboten.

Nach Angaben von TrendAI stehen Unternehmen aus mehreren Branchen im Fokus der Täter. Besonders begehrt sind Mitarbeitende von Banken, Telekommunikationsunternehmen, Social-Media-Plattformen und Einrichtungen des Gesundheitswesens.

Zunehmend geraten aber auch Unternehmen aus der KI-Branche ins Visier. Der Grund: Mit der steigenden Bedeutung von KI wachsen auch der Wert von Trainingsdaten, Modellen und privilegierten Zugängen, die für Angreifer interessant sind.

Telekommunikation als lukratives Ziel

Ein besonders profitables Geschäftsfeld ist der sogenannte SIM-Swap-Betrug. Dabei ändern Insider die Zuordnung einer Mobilfunknummer auf eine andere SIM-Karte. Dadurch können Angreifer SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierungen umgehen und sich Zugang zu Bank- oder Kryptowährungskonten verschaffen.

Der Report dokumentiert, dass für solche Insider-Zugänge im Untergrund hohe Summen gezahlt werden. Strafverfolgungsbehörden haben in den vergangenen Jahren bereits mehrere organisierte Gruppen zerschlagen, die mit bestochenen Mitarbeitenden zusammenarbeiteten.

Auch große Social-Media-Plattformen gehören zu den bevorzugten Zielen. Insider werden dafür bezahlt, gesperrte Konten wieder freizuschalten oder betrügerische Werbeanzeigen zu genehmigen.

TrendAI verweist auf bekannte Fälle, bei denen interne Werkzeuge missbraucht wurden und dies arbeitsrechtliche sowie juristische Konsequenzen nach sich zog.

Finanzbranche bleibt besonders gefährdet

Im Finanzsektor suchen Kriminelle gezielt nach Mitarbeitenden mit Zugriff auf Buchhaltung, Zahlungsfreigaben oder Kundenkonten. Solche Insider ermöglichen Angriffe, die ohne interne Unterstützung kaum realisierbar wären.

Nach Erkenntnissen der Studie werden entsprechende Zugänge im Untergrund gehandelt oder über Prämienprogramme vermittelt. Die Vergütung reicht von festen Beträgen bis hin zu Beteiligungen an den erbeuteten Geldern.

Insider-Bedrohungen gehen heute weit über unzufriedene Beschäftigte oder menschliche Fehler hinausgehen. Stattdessen werben organisierte Cyberkriminelle gezielt Mitarbeitende an und machen deren legitime Zugriffsrechte zum Bestandteil professioneller Angriffe.

Aus Sicht von TrendAI sollten Unternehmen deshalb ihre Sicherheitsstrategie erweitern. Neben dem Schutz von IT-Systemen gewinnen Maßnahmen gegen Insider-Bedrohungen an Bedeutung. Dazu gehören unter anderem die Überwachung privilegierter Zugriffe, klare Berechtigungskonzepte, Sensibilisierung der Mitarbeitenden sowie Verfahren, die ungewöhnliche Aktivitäten frühzeitig erkennen.

(red/TrendAI)

Tags: #Hacker | #Insider

Zum Originalartikel

Newsletter

Täglich die wichtigsten News aus IT & Gesundheitswesen

Jeden Tag 1–2 ausgewählte Meldungen per E-Mail – kostenlos und jederzeit abbestellbar.

THE MEDICAL IT POST

The Medical IT Post ist die führende Nachrichtenquelle für IT-Entscheider in Arztpraxen, MVZ und Kliniken in Deutschland.

Alle Artikel basieren auf öffentlich zugänglichen Informationen und wurden automatisch in eigenen Worten zusammengefasst.

© 2025 The Medical IT Post. Alle Rechte vorbehalten. | Powered by IT-ÄRZTE GmbH | Datenschutz