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IT-Sicherheit

Cyberlage 2026: Ransomware und Datendiebstahl verschmelzen

17. August 2026Quelle: it-daily.net

Zusammenfassung

Cyberangriffe werden für Unternehmen zunehmend zu einem festen Bestandteil des Geschäftsrisikos. Tags: #Cyberangriff | #Datendiebstahl | #Ransomware

Im Detail

Cyberangriffe werden für Unternehmen zunehmend zu einem festen Bestandteil des Geschäftsrisikos.

Der aktuelle Report von Riedel Networks wertet mehr als 180 IT-Sicherheitsvorfälle aus dem ersten Halbjahr 2026 aus und zeigt, dass insbesondere Ransomware-Angriffe inzwischen häufig mit umfangreichem Datendiebstahl verbunden sind.

Erpressung beginnt oft schon vor der Verschlüsselung

Ransomware bleibt das prägende Angriffsmuster. Nach der Auswertung entfielen 76,1 Prozent der untersuchten Vorfälle auf diese Angriffsform. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es noch 32,5 Prozent.Dabei hat sich das Vorgehen der Angreifer verändert. Die Verschlüsselung von Systemen ist häufig nur noch ein Teil der Erpressung.

In 63,6 Prozent der untersuchten Ransomware-Fälle kam es auch zu gezieltem Datendiebstahl.

Die Angreifer kopieren vertrauliche Informationen teilweise in Größenordnungen von mehreren hundert Gigabyte bis hin zu Terabytes, bevor sie Systeme verschlüsseln. Anschließend drohen sie mit der Veröffentlichung der gestohlenen Daten. Screenshots sollen dabei belegen, dass die Kriminellen tatsächlich Zugriff auf die Informationen haben.

Kurze Zahlungsfristen, Veröffentlichungen auf Leak-Seiten und der öffentliche Druck erhöhen die Belastung für die betroffenen Organisationen zusätzlich.

Industrie bleibt besonders stark betroffen

Die Angriffe verteilen sich nicht gleichmäßig über alle Branchen. Industrieunternehmen stellen mit rund 32 Prozent weiterhin den größten Anteil der im Report erfassten Fälle. Im zweiten Halbjahr 2025 waren es noch 34,6 Prozent. Auch das Gesundheits- und Sozialwesen fällt mit rund elf Prozent deutlich ins Gewicht. Auf Logistik und Transport entfielen rund neun Prozent der Vorfälle.

Damit zeigt sich, dass insbesondere Branchen mit komplexen Lieferketten, kritischen Betriebsabläufen oder besonders sensiblen Daten für Angreifer interessant bleiben.

Dienstleister werden zum Einfallstor für weitere Angriffe

Eine weitere Entwicklung betrifft die zunehmende Abhängigkeit von externen IT- und Geschäftspartnern. Ein Angriff muss nicht zwangsläufig direkt auf das eigentliche Zielunternehmen erfolgen.

IT-Dienstleister, Softwareanbieter, Logistikunternehmen, Abrechnungsstellen oder Facility-Dienstleister können als Verbindungspunkt zu zahlreichen weiteren Organisationen dienen. Wird ein solcher Anbieter kompromittiert, können sich die Auswirkungen entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette ausbreiten.

Damit wird die Absicherung von Drittanbietern und Partnern zu einem wichtigen Bestandteil der eigenen Cyber-Resilienz.

KI beschleunigt die Vorbereitung von Angriffen

Auch Künstliche Intelligenz verändert nach Einschätzung von Riedel Networks die Vorgehensweise der Angreifer. Phishing und Social Engineering lassen sich mit KI schneller und individueller vorbereiten. Auch komplexere Angriffe können effizienter geplant und auf bestimmte Zielgruppen zugeschnitten werden.

Parallel dazu wächst die Zahl digitaler Abhängigkeiten. Unternehmen sind zunehmend auf Cloud-Dienste, Softwareplattformen, externe IT-Infrastrukturen und spezialisierte Dienstleister angewiesen. Ein erfolgreicher Angriff auf einen zentralen Anbieter kann dadurch weitreichende Folgen haben. Die Risiken beschränken sich deshalb nicht auf Datenverlust oder ausgefallene Systeme.

Auch Lieferketten, Geschäftsprozesse, Kundenbeziehungen und das Vertrauen in ein Unternehmen können betroffen sein.

Finanzielle Motive dominieren

Bei der Frage nach den Angreifern ergibt sich ein vergleichsweise klares Bild. Rund 91 Prozent der erfassten Vorfälle werden finanziell motivierten Cyberkriminellen zugerechnet. Damit ist diese Gruppe weiterhin mit großem Abstand am häufigsten vertreten. Im zweiten Halbjahr 2025 lag ihr Anteil bei 86,95 Prozent.

Staatlich unterstützte Akteure sind zwar weniger präsent, gewinnen laut Report jedoch an Sichtbarkeit. Dabei greifen sie zunehmend auf alltägliche Kommunikationsplattformen zurück, um Spionageaktivitäten durchzuführen.

Mehr als 20 Ransomware-Gruppen aktiv

Auch innerhalb der Ransomware-Landschaft zeigt sich eine hohe Dynamik. Insgesamt identifizierte Riedel Networks Aktivitäten von mehr als 20 verschiedenen Ransomware-Gruppen.

Besonders häufig tauchten Qilin und Akira auf. Zusammen sollen sie für knapp die Hälfte der erfassten Ransomware-Vorfälle verantwortlich sein. Daneben wurden unter anderem Safepay und Thegentlemen bei zahlreichen Angriffen beobachtet. Das deutet auf ein zunehmend arbeitsteiliges und professionelles Cybercrime-Ökosystem hin.

Ransomware-Gruppen agieren nicht mehr nur punktuell, sondern führen teilweise breit angelegte Kampagnen gegen Unternehmen verschiedener Branchen durch.

Cyber-Resilienz wird zur Managementaufgabe

Für Unternehmen bedeutet die Entwicklung, dass die Frage nach der eigenen Widerstandsfähigkeit stärker in den Mittelpunkt rückt. Timo Imbrogno, Director Marketing bei Riedel Networks, fasst die Entwicklung so zusammen: „Cyberangriffe gehören heute zum Tagesgeschäft. Entscheidend ist nicht mehr, ob eine Organisation angegriffen wird, sondern wie gut sie darauf vorbereitet ist.“

Damit verschiebt sich der Fokus von der reinen Prävention hin zur Fähigkeit, Angriffe möglichst schnell zu erkennen, ihre Auswirkungen zu begrenzen und den Geschäftsbetrieb wiederherzustellen.

Riedel Networks nennt in seiner Auswertung bewusst keine einzelnen betroffenen Unternehmen. Stattdessen untersucht der Report wiederkehrende Angriffsmuster, Ursachen und Auswirkungen.

Der Ansatz soll Unternehmen dabei helfen, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und die eigene Sicherheitsstrategie entsprechend anzupassen. Angesichts der zunehmenden Kombination aus Ransomware, Datendiebstahl, KI-gestützten Angriffsmethoden und Risiken innerhalb der Lieferkette wird dabei vor allem eines deutlich: Cybersecurity lässt sich nicht mehr isoliert als IT-Thema betrachten.

Sie wird zunehmend zu einer Frage der gesamten betrieblichen Widerstandsfähigkeit.

(red/RIEDEL Networks)

Tags: #Cyberangriff | #Datendiebstahl | #Ransomware

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