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Herzschrittmacher: Risiken unterscheiden sich nach Geschlecht

22. September 2026Quelle: mednic

Zusammenfassung

Ein Herzschrittmacher nach TAVI hat bei Frauen und Männern offenbar eine unterschiedliche prognostische Bedeutung. Eine Studie mit mehr als 1.100 Patientinnen und Patienten zeigt: Bei Frauen war eine neue Schrittmacherimplantation mit einer ungünstigeren frühen Prognose verbunden, bei Männern spielte dagegen ein bereits vorhandener Schrittmacher für das Langzeitrisiko eine Rolle.

Beim kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) wird eine […] Der Beitrag Herzschrittmacher: Risiken unterscheiden sich nach Geschlecht erschien zuerst auf mednic.de - News aus Medizin, Digital Health & IT.

Im Detail

Ein Herzschrittmacher nach TAVI hat bei Frauen und Männern offenbar eine unterschiedliche prognostische Bedeutung. Eine Studie mit mehr als 1.100 Patientinnen und Patienten zeigt: Bei Frauen war eine neue Schrittmacherimplantation mit einer ungünstigeren frühen Prognose verbunden, bei Männern spielte dagegen ein bereits vorhandener Schrittmacher für das Langzeitrisiko eine Rolle.

Beim kathetergestützten Aortenklappenersatz (TAVI) wird eine Herzklappenprothese über einen Katheter eingesetzt. Das Verfahren ermöglicht die Behandlung einer schweren Aortenklappenstenose ohne klassische Operation am offenen Herzen. Eine mögliche Folge sind jedoch Störungen der elektrischen Erregungsleitung des Herzens.

Abhängig von Prothesentyp, Anatomie und bereits vorhandenen Leitungsstörungen kann deshalb nach dem Eingriff ein permanenter Herzschrittmacher erforderlich werden. Forschende der Karl Landsteiner Privatuniversität und des Universitätsklinikums St. Pölten haben nun untersucht, ob sich die prognostische Bedeutung eines Herzschrittmachers nach TAVI zwischen Frauen und Männern unterscheidet.

Grundlage waren Daten von 1.114 Personen, die zwischen 2016 und 2020 eine TAVI erhalten hatten. 555 davon waren Frauen, 559 Männer.

Herzschrittmacher nach TAVI bei Frauen häufiger mit frühem Risiko verbunden

Vor dem Eingriff trugen 7,0 Prozent der Frauen und 14,5 Prozent der Männer bereits einen Schrittmacher. Innerhalb von 30 Tagen nach der TAVI benötigten weitere 12,8 Prozent der Frauen und 14,7 Prozent der Männer ein neues Gerät. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant.

Bei Frauen zeigte sich jedoch ein Zusammenhang zwischen einer neuen Schrittmacherimplantation und einer geringeren Überlebensrate innerhalb der ersten 30 Tage. Nach fünf Jahren unterschieden sich die Überlebensraten der Frauen dagegen nicht mehr signifikant danach, ob kein, ein bereits bestehender oder ein nach der TAVI implantierter Schrittmacher vorhanden war.

Schwere Blutungen traten bei Frauen zudem häufiger auf als bei Männern – bei 3,1 gegenüber 0,7 Prozent. Bei Männern zeigte sich ein anderes Muster: Die kurzfristige Überlebensrate unterschied sich nicht nach Schrittmacherstatus. Langfristig war jedoch ein bereits vor der TAVI vorhandener Schrittmacher mit einer höheren Fünf-Jahres-Sterblichkeit verbunden.

Auch nach Berücksichtigung weiterer Risikofaktoren blieb dieser Zusammenhang bestehen. Die Forschenden interpretieren einen vorhandenen Schrittmacher allerdings nicht als Ursache der höheren Sterblichkeit, sondern eher als Hinweis auf eine bereits stärker ausgeprägte Herz-Kreislauf-Erkrankung.

Ergebnisse nicht auf alle TAVI-Systeme übertragbar

Die Ergebnisse sprechen nach Ansicht der Autoren dafür, Geschlecht und Schrittmacherstatus bei Risikobewertung und Nachsorge nach TAVI stärker zu berücksichtigen. Sie zeigen aber keine ursächlichen Zusammenhänge. Die Untersuchung ist eine nachträgliche Analyse eines Registers aus nur einem Zentrum. Zudem kamen überwiegend ballonexpandierbare Edwards-SAPIEN-Klappen zum Einsatz.

Die Ergebnisse lassen sich deshalb nicht ohne Weiteres auf selbstexpandierende TAVI-Systeme übertragen, bei denen sich auch die Häufigkeit notwendiger Schrittmacherimplantationen unterscheiden kann. Ein Teil der untersuchten Eingriffe stammt außerdem aus einer früheren TAVI-Generation und bildet die heutige Technik und Behandlungspraxis nicht vollständig ab.

Dass Frauen nach TAVI häufiger bestimmte frühe Komplikationen zeigen, langfristig aber teilweise günstigere Überlebensdaten aufweisen, wird auch durch eine aktuelle Metaanalyse von 71 Studien mit mehr als 480.000 Patientinnen und Patienten gestützt.

Karl Landsteiner Privatuniversität

pubmed.ncbi.nlm.nih.gov

wiley.com

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