Software & KI
KI in der Krankenhauskodierung soll bei steigenden MD-Prüfquoten unterstützen
Zusammenfassung
KI in der Krankenhauskodierung soll Kliniken künftig bei der Abrechnung und bei Prüfungen durch den Medizinischen Dienst unterstützen. Recare entwickelt dafür zwei neue Anwendungen gemeinsam mit Krankenhauspartnern. Der Hintergrund: Ab 2027 werden die zulässigen MD-Prüfquoten deutlich angehoben. Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ändern sich zum 1.
Januar 2027 die Regeln für die Prüfung von Krankenhausabrechnungen. Kliniken mit […] Der Beitrag KI in der Krankenhauskodierung soll bei steigenden MD-Prüfquoten unterstützen erschien zuerst auf mednic.de - News aus Medizin, Digital Health & IT.
Im Detail
KI in der Krankenhauskodierung soll Kliniken künftig bei der Abrechnung und bei Prüfungen durch den Medizinischen Dienst unterstützen. Recare entwickelt dafür zwei neue Anwendungen gemeinsam mit Krankenhauspartnern. Der Hintergrund: Ab 2027 werden die zulässigen MD-Prüfquoten deutlich angehoben.
Mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz ändern sich zum 1. Januar 2027 die Regeln für die Prüfung von Krankenhausabrechnungen. Kliniken mit einem Anteil unbeanstandeter Rechnungen zwischen 50 und unter 65 Prozent müssen künftig mit einer Prüfquote von bis zu 40 Prozent rechnen.
Liegt der Anteil unbeanstandeter Abrechnungen unter 50 Prozent, sind weitere Prüfungen auch über diese Quote hinaus möglich. Das Bundesgesundheitsministerium begründet die Verschärfung mit dem Ziel, die Abrechnungsqualität zu erhöhen. Bislang liegt die höchste reguläre Prüfquote bei 15 Prozent.
Die jeweilige Quote wird für jedes Krankenhaus anhand der Ergebnisse des vorvergangenen Quartals bestimmt.
KI in der Krankenhauskodierung macht Vorschläge
Recare reagiert darauf mit den Anwendungen „Recare Coding“ und „Recare MD Management“. Coding analysiert die Falldokumentation nach der Entlassung und schlägt ICD- und OPS-Codes vor. Zu den Vorschlägen sollen jeweils die entsprechenden Textstellen aus der Patientenakte angezeigt werden. Ein Grouper ermittelt zudem DRG und Fallwert und soll auf mögliche Prüfrisiken hinweisen.
Die endgültige Kodierentscheidung trifft weiterhin eine Fachkraft. MD Management setzt später im Prozess an. Wird eine Rechnung vom Medizinischen Dienst geprüft, soll das System den Prüffall analysieren, relevante Informationen aus der Fallakte zusammenstellen und daraus einen Entwurf für eine Stellungnahme oder einen Widerspruch vorbereiten.
Auch hier bleibt die Freigabe beim zuständigen Krankenhauspersonal. Das gesetzlich vorgesehene MD-Portal ersetzt die Software nicht.
Entwicklung mit Krankenhauspartnern
An der Entwicklung beteiligen sich die Artemed Klinikgruppe, das Evangelische Krankenhaus Mettmann und die Alexianer-Gruppe. Sie bringen anonymisierte Fälle und Erfahrungen aus Kodierung und Medizincontrolling ein. Die Alexianer bestätigen die gemeinsame Entwicklung öffentlich. Von einem flächendeckenden Produktstart kann allerdings noch nicht gesprochen werden.
Recare Coding wird nach Angaben des Unternehmens derzeit bei ausgewählten Entwicklungs- und Pilotpartnern eingesetzt. Recare MD Management befindet sich noch in gemeinsamer Entwicklung und Validierung. Beide Angebote werden auf den Produktseiten als „Private Beta“ geführt.
Ob sich damit der Personalaufwand oder die Zahl beanstandeter Abrechnungen tatsächlich verringern lässt, ist bislang nicht unabhängig belegt. Angaben wie eine Zeitersparnis von bis zu 50 Prozent bei der Kodierung beruhen laut Recare auf Modellannahmen und Erfahrungen mit Entwicklungs- und Pilotpartnern.
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