Software & KI
Medizinische KI: Telekom setzt auf Prof. Valmed
Zusammenfassung
Die Deutesche Telekom erweitert ihr Angebot für das Gesundheitswesen um die medizinische KI Prof. Valmed. Das als Medizinprodukt der Klasse IIb CE-gekennzeichnete System soll Ärztinnen und Ärzte bei Diagnose- und Therapieentscheidungen unterstützen und lässt sich in bestehende Klinik- und Praxissoftware integrieren.
Prof. Valmed verarbeitet medizinische Fragestellungen in natürlicher Sprache und liefert dazu Informationen und Empfehlungen […] Der Beitrag Medizinische KI: Telekom setzt auf Prof. Valmed erschien zuerst auf mednic.de - News aus Medizin, Digital Health & IT.
Im Detail
Die Deutesche Telekom erweitert ihr Angebot für das Gesundheitswesen um die medizinische KI Prof. Valmed. Das als Medizinprodukt der Klasse IIb CE-gekennzeichnete System soll Ärztinnen und Ärzte bei Diagnose- und Therapieentscheidungen unterstützen und lässt sich in bestehende Klinik- und Praxissoftware integrieren.
Prof. Valmed verarbeitet medizinische Fragestellungen in natürlicher Sprache und liefert dazu Informationen und Empfehlungen für Diagnose und Therapie. Grundlage ist nach Angaben des Anbieters eine medizinische Wissensbibliothek mit mehr als 2,5 Millionen kuratierten Dokumenten, darunter Leitlinien, regulatorische Dokumente und wissenschaftliche Publikationen.
Technisch setzt das System auf Retrieval-Augmented Generation (RAG). Dabei beantwortet das Sprachmodell medizinische Fragen nicht allein auf Basis seines trainierten Wissens, sondern greift zusätzlich auf eine kontrollierte Dokumentensammlung zurück. Die verwendeten Quellen können den ausgegebenen Antworten zugeordnet werden.
Medizinische KI für bestehende Kliniksysteme
Die Telekom will Prof. Valmed in bestehende IT-Umgebungen von Kliniken und Arztpraxen einbinden. Möglich sind nach Unternehmensangaben Integrationen in Krankenhausinformationssysteme und Praxissoftware sowie in Plattformen wie iMedOne.
Patienteninformationen können dabei für die klinische Entscheidungsunterstützung strukturiert aufbereitet werden. Die medizinische Entscheidung selbst bleibt bei den behandelnden Fachkräften. Auch die Gebrauchsanweisung von Prof. Valmed schreibt ausdrücklich vor, die ausgegebenen Informationen nicht als alleinige Grundlage für diagnostische oder therapeutische Entscheidungen zu verwenden.
Die CE-Kennzeichnung ist dabei keine neue Entwicklung. Prof. Valmed wurde bereits im März 2025 als Medizinprodukt der Klasse IIb zertifiziert. Die aktuelle Zusammenarbeit mit der Telekom zielt vor allem darauf, die Lösung stärker in bestehende Versorgungs- und IT-Strukturen einzubinden.
Unabhängiger Test zeigt Möglichkeiten und Grenzen
Wie zuverlässig das System medizinische Fragen beantwortet, wurde inzwischen auch unabhängig untersucht. Forschende testeten im Rahmen einer Studie Prof. Valmed mit 130 Fragen auf Basis von Leitlinien der American Academy of Neurology. Jede Frage wurde viermal gestellt.
76,2 Prozent der Antworten wurden als korrekt bewertet. 14,6 Prozent waren ungenau, 6,9 Prozent falsch; bei 2,3 Prozent verweigerte das System eine Antwort. Im Vergleich mit 16 zuvor getesteten Sprachmodell-Konfigurationen schnitt Prof. Valmed signifikant besser ab als acht Systeme.
Die Autoren betonen deshalb, dass eine CE-Kennzeichnung regulatorische Konformität belegt, aber nicht automatisch eine höhere Antwortqualität gegenüber anderen KI-Systemen bedeutet. Für den klinischen Einsatz bleibt die fachliche Kontrolle durch medizinisches Personal entscheidend.
T Health: https://www.t-systems.com/de/de/branchen/gesundheitswesen
Studie: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC13484281
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